Der befristete Arbeitsvertrag (1/2)

In der aktuellen wirtschaftlichen Lage versuchen viele Arbeitgeber, Personalkosten durch befristete Arbeitsverträge zu senken. Für die Befristung von Arbeitsverträgen existiert eine Vielzahl von Bestimmungen, auch abhängig davon, in welchem Bereich der Arbeitnehmer tätig ist. Im Kern folgen alle Regelungen zur Befristung europarechtlichen Vorschriften und der Rechtsprechung des EuGH. So gibt es Sonderregelungen nicht nur für den Hochschul- und Wissenschaftsbereich, sondern auch für den öffentlichen Dienst, für Berufssportler oder für Existenzgründer. Ein befristeter Arbeitsvertrag muß zudem einige Formalien enthalten, um wirksam zu sein.

Alle diese Regelungen verstehen unbefristete Arbeitsverträge als Regelfall, dem gegenüber befristete Arbeitsverträge nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen zulässig sind. Dies und die Vielzahl von weiteren Ausnahmen (und wiederum von Rückausnahmen), die von der Rechtsprechung entwickelt wurden, führen dazu, daß es für Arbeitgeber extrem schwer ist, eine Befristung wirksam zu vereinbaren. So kann in der Regel mit einem Arbeitnehmer, der irgendwann einmal (so es auch nur kurzzeitig) für den Arbeitgeber oder seinen Rechtsvorgänger tätig war, kein weiterer befristeter Arbeitsvertrag mehr geschlossen werden.