Kündigung und Kündigungsschutz (1/4)

Die Rechtsprechung stellt an das Vorliegen eines solche wichtigen Grundes sehr hohe Anforderungen. Allerdings bestehen dabei erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Arbeitsbereiches:

Während etwa einem Mitropa-Bediensteten in der Regel schon wegen Diebstahls einer Wurst von geringem Wert fristlos gekündigt werden kann, kann sich die fristlose Kündigung einer Pflegekraft, die erhebliche Pflegefehler begeht (z.B. Patienten wund liegen läßt), als rechtswidrig herausstellen. Daneben ist eine fristlose Kündigung auch schon dann unwirksam, wenn Form- und Fristvorschriften nicht beachtet wurden.

Auch bei ordentlichen Kündigungen hat der Arbeitgeber eine Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen zu beachten: So müssen nicht nur Form- und Frist eingehalten werden, es muß regelmäßig auch ein Kündigungsgrund vorliegen. Selbst wenn das Kündigungsschutzgesetz oder ein Tarifvertrag keine Anwendung finden, muß ein Arbeitgeber sich bei der Kündigung grundsätzlich an soziale Mindeststandards halten.

Eine fristlose Kündigung ist - unabhängig davon, ob das KSchG anwendbar ist - nur dann rechtmäßig, wenn sich der Arbeitgeber auf einen wichtigen Grund stützen kann. Ein solcher Grund liegt nur dann vor, wenn es für den Arbeitgeber unzumutbar ist, das Arbeitsverhältnis bis zum Ende der