Das Kirchenrecht (2 / 3)

Während die katholische Kirche durch ein einheitliches innerkirchliches Recht, das kanonische Recht, geprägt ist, weisen die evangelischen Kirchen regional unterschiedliches, oft durch Gewohnheitsrecht geprägtes, Recht auf.

Auch staatskirchenrechtliche Fälle gehören zum Kirchenrecht: Etwa die Frage, ob der Staat verschiedene Religionen gleich behandeln muß oder ob eine Ungleichbehandlung geboten ist, die Frage nach dem Recht, an den Schulen Religionsunterricht zu erteilen, nach dem Anspruch auf angemessene Ausstattung durch den Staat, nach den verfassungsrechtlichen Geboten religiöser Toleranz. Gerade dieser Bereich ist im Fluß, es sei nur die Diskussion um den Religionsunterricht, das „Kopftuchverbot” und die „Kruzifix”-Entscheidung genannt.

Besondere Probleme weist auch das Recht der kirchlichen Hochschulen auf: Lehre, Forschung und Ausbildung bewegen sich im Spannungsfeld zwischen den allgemeinen (verfassungs-)rechtlichen Rahmenbedingungen und den Besonderheiten des kirchlichen Lehrauftrages.